Conrad Weiser

Ein Mann, den heute in Deutschland nur wenige kennen — und der in Nordamerika zu Lebzeiten großen Einfluß hatte

Im Sommer 1709 starb in einem württembergischen Dorf eine Frau an ihrer fünfzehnten Schwangerschaft. Ihr ältester Sohn war dreizehn Jahre alt. Drei Jahre später lebte er bei den Mohawk.

Conrad Weiser Homestead
Conrad Weiser Homestead, Womelsdrof, von Lestau4 – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Das ist der Beginn des Buches, das mir sehr am Herzen lag — Conrad Weiser 1696–1760.

Conrad Weiser ist in Amerika eine historische Figur, dort wo er wirkte im 18. Jahrhundert — Schulen, Wälder, ein ganzer County in Pennsylvania tragen seinen Namen. In Deutschland kennt ihn so gut wie niemand. Dabei war er einer der entscheidenden Architekten des kolonialen Nordamerikas: Dolmetscher, Diplomat, der Mann, der dreißig Jahre lang zwischen den Irokesen und der britischen Kolonialmacht vermittelte und dabei verhinderte, dass der Krieg früher kam, als er ohnehin kam.

Er war kein Held im klassischen Sinne. Er hat, in kleinem Maße, betrogen und es sofort zugegeben. Er hat sich selbst Jahre lang in einem klösterlichen Experiment gequält, das er anschließend für gescheitert erklärte. Er hat Verträge übersetzt, die er für falsch hielt. Er sprach Mohawk wie seine Muttersprache — und Englisch mit schwäbischem Akzent bis zu seinem Tod.

Wie kaum ein anderer verstand er die Positionen der indigenen Bevölkerung in Nordamerika, er konnte vermitteln zwischen den Europäern und den Indigenen, und zwar bis zur Selbstaufgabe. Er war oft auf der Suche nach Spiritualität, die harten Bedingungen im 18. Jahrhundert in Pennsylvania zwangen ihn immer wieder in den Pragmatismus zuück.

George Washington sagte 30 Jahre nach seinem Tode an seinem Grab: „Dieser entschlafene Mann hat seinem Lande in einer schwierigen Zeit viele Dienste geleistet. Die Nachwelt wird ihn nicht vergessen.“

Das Buch folgt ihm von Großaspach nach Blackheath, von der Überfahrt ins Mohawkdorf, durch dreißig Jahre Diplomatie — bis zu seinem Tod am 13. Juli 1760, als Indianer an seinem Grab standen, lange nachdem die Welt, die er kannte, aufgehört hatte zu existieren.

Ich schreibe es auf Deutsch, weil diese Geschichte auf Deutsch fehlt.

Das Buch hat 21 Kapitel und ca. 200 Seiten, als Leseprobe Kapitel 3 als PDF-Datei:


Leseprobe Kapitel 3

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Cover Conrad Weiser
Cover Conrad Wiser

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