Beschreibung
Zwei Welten, die dieselbe Aufklärung teilten und doch gegensätzlich antworten.
Taucht in Europa etwas Neues auf, eine Technologie, ein Risiko, eine Krise, lautet die erste Frage: Wer reguliert das? In Amerika lautet sie: Wer baut das? Das ist keine Laune des Augenblicks, sondern ein Reflex mit zwölf Jahrhunderten Geschichte, so tief eingeschliffen, dass kaum noch jemand ihn bemerkt.
Dieses Buch legt beide Pole nebeneinander: die *Ordnung von unten*, die aus Gewohnheit, Eigentum und freiwilligem Zusammenschluss wächst, und den *Befehl von oben*, der den Staat zur höchsten Form der Vernunft erklärt. Der Weg führt von den angelsächsischen Anfängen und der halb sagenhaften Gestalt des Hengist über Magna Carta, Reformation und Druckpresse zu David Hume und der schottischen Aufklärung, zu John Locke und schließlich nach Pennsylvania: zu William Penns „heiligem Experiment“, zu Conrad Weiser und den Mühlenbergs, den deutschen Händen hinter der amerikanischen Gründung, und zum Jahr 1776. Und immer wieder zurück in die Gegenwart, bis nach Brüssel und ins Silicon Valley und zu der Frage, warum uns diese alten Weichenstellungen bis heute prägen.
Erzählt wird ohne erhobenen Zeigefinger. Kein „besser oder schlechter“, keine Anklage, sondern der offene Ledger: beide Traditionen mit ihren Errungenschaften und mit ihrem Preis. Aus dem Befehl von oben kamen der Rechtsstaat, die Forschungsuniversität und die Sozialversicherung; aus der Ordnung von unten die persönliche Freiheit, aber auch die Landnahme. Was am Ende schwerer wiegt, entscheidet der Leser selbst.







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