Beschreibung
eBook: FIRST SPEAKER — Frederick Mühlenberg, die deutsche Stimme im ersten Kongress
Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 war ein Manifest — ein Text, kein Staat. Was zwischen 1776 und 1789 geschah, war die mühsame Arbeit, aus einem Manifest eine Verfassung zu machen, aus einer Verfassung einen Kongress, aus einem Kongress ein funktionierendes Gemeinwesen. Diese Arbeit fiel nicht den Unterzeichnern der Erklärung zu. Sie fiel der nächsten Generation zu — denen, die 1776 noch zu jung waren, um zu unterzeichnen, und 1789 alt genug, um die Geschäftsordnung zu schreiben.
Frederick Mühlenberg war einer von ihnen. Am 1. April 1789, dreizehn Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung, trat er als erster Speaker vor das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten und eröffnete die Sitzung. Durch seine Hände ging in den folgenden Monaten die Bill of Rights.
Die Geschichte eines Mannes, den Deutschland nicht kennt
Am 15. Januar 1750 wurde in einer Pfarrei nördlich von Philadelphia ein Kind getauft. Sein Vater war der wichtigste lutherische Pastor Nordamerikas, sein Großvater ein württembergischer Schultheiß, der einst bei den Mohawk gelebt hatte. Vierzig Jahre später eröffnete dieses Kind als erster Speaker das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten.
Frederick Mühlenberg ist in Amerika eine Fußnote der Gründerzeit — sein Porträt hängt im Kapitol, sein Name steht in jeder Geschichte des ersten Kongresses. In Deutschland kennt ihn niemand. Dabei war er der Mann, durch dessen Hände die Bill of Rights ging, der das Jay-Treaty mit einer einzigen Stimme rettete und dafür sein politisches Leben verlor, und der den Pennsylvania-Sprengel seines Vaters in eine republikanische Struktur überführte, bevor die Verfassung sie kannte.
Das Buch folgt ihm von der Taufe in Trappe über die Schulzeit in Halle, die Rückkehr in ein Land vor dem Krieg, das Pfarramt während der Revolution, durch fünfzehn Jahre Politik in Pennsylvania und im neuen Kongress — bis zu seinem Tod am 4. Juni 1801, als die Föderalisten ihn gestrichen und die Republikaner ihn nicht mehr brauchten.
Es ist auch die Geschichte einer Familie, die in drei Generationen das tat, wofür Einwanderer da sind: ankommen, dienen, vergessen werden. Conrad Weiser, der Großvater. Henry Melchior Mühlenberg, der Vater. Frederick, der Sohn. Drei Männer, drei Sprachen, ein Land im Werden.
Geschrieben in der Form, in der koloniale Geschichte erzählt werden sollte — nah an den Quellen, ohne erfundene Dialoge, ohne Pathos. Mit dem, was überliefert ist, und einem klaren Hinweis dort, wo es nicht überliefert ist.
WAS ERWARTET DICH?
- Die Taufe im Januar 1750, der Großvater am Tisch, die Kälte über dem Schuylkill
- Halle 1763: eine Stadt größer als Philadelphia, an die ein dreizehnjähriger Junge geschickt wird, der Latein lernen soll, das er nicht hat
- Die Rückkehr 1770 in ein Land, das zehn Jahre lang gewartet hat und nicht mehr warten will
- Das Pfarramt während der Revolution — und der Bruder, der die Robe ablegt und in die Kontinentalarmee eintritt
- 1789: New York, das erste Repräsentantenhaus, die Eröffnungsrede, die Bill of Rights
- 1794: die Mühlenberg-Vote, die nie stattfand, und der Mythos, der bis heute durchs Internet geistert
- 1796: die eine Stimme für das Jay-Treaty, das Messer des Schwagers, das Ende der Karriere
- Der Pennsylvania-Sprengel: wie aus einer Pfarrei-Ordnung eine Verfassungsidee wurde
FÜR WEN IST DIESES BUCH?
Für Leser, die das amerikanische 18. Jahrhundert nicht nur als Geschichte der englischen Kolonisten lesen wollen. Für alle, die wissen möchten, was die zweite Generation der deutschen Einwanderer im neuen Land getan hat — und warum ein Pastorensohn aus Pennsylvania am 1. April 1789 als erster Vorsitzender vor das Repräsentantenhaus trat.
DETAILS:
- ca. 220 Seiten
- 18 Kapitel + Anhang (Franckesche Stiftungen) + Vorwort
- AI-generierte Kapitelvignetten im Stil monochromer Kupferstiche
- Format: ePub (ohne DRM)
- Sprache: Deutsch
Kindle-Nutzer: Öffnen Sie die ePub-Datei in der Kindle-App, oder nutzen Sie Amazons kostenlosen „Send to Kindle“-Service unter amazon.de/sendtokindle
Leseprobe, Kapitel 6, Halle, als pdf






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